Lebendfutter selbst kultivieren: Warum meine Artemia-Zucht die beste Investition war
Kein Futter hat meine Zucht so verändert wie Artemia-Nauplien – und keine Anschaffung war langfristig günstiger.
Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Versuch, Artemia selbst zu züchten. Eine Plastikflasche, ein Luftschlauch, etwas Salz – mehr war es nicht. Heute läuft meine kleine Artemia-Station täglich, zuverlässig und unverzichtbar. In diesem Beitrag zeige ich dir, warum Lebendfutter nicht nur sinnvoll, sondern essenziell für erfolgreiche Aufzucht ist.
1. Warum Artemia so wertvoll sind
Artemia-Nauplien sind für viele Jungfische das ideale Startfutter:
- hoher Protein- und Fettgehalt
- Bewegung stimuliert Fressreflex
- leicht verdaulich
- kaum Wasserbelastung bei Resten
Gerade in den ersten 14 Tagen nach dem Schlupf sind Artemia oft der Unterschied zwischen schnellem Wachstum und hohen Ausfällen.
2. So sieht meine Zuchtstation aus
Ich nutze zwei 1,5-Liter-Flaschen, jeweils mit Luftstein und Deckel, schräg aufgehängt. Das Wasser enthält 30–35 g Meersalz pro Liter. Als Eier nehme ich gekühlte Artemia-Eier (nicht offen lagern!). Beleuchtet wird nur bei Bedarf, meist reicht Raumtemperatur und Zimmertageslicht.
Ich setze täglich neu an – so habe ich immer frische Nauplien, ohne Schwankungen.
3. Ernte und Fütterung
- Nach 24–30 Stunden: Luft abschalten, Eier sinken, Nauplien schwimmen
- Unterste Flüssigkeit abziehen (z. B. mit Spritze und Schlauch)
- Mehrfach mit Frischwasser spülen (Siebe mit 120 µm)
- Direkt ins Becken – nicht zu viel!
Ich füttere 2–3× täglich kleine Portionen – das regt Fressverhalten an und fördert Wachstum.
4. Fehler, die ich gemacht habe
Zu Beginn lief einiges schief:
- Eier bei Zimmertemperatur gelagert → Schlupfrate 40 %
- Falsches Salz ohne Jod → Schalen lösten sich schlecht
- Kein Spülen → hohe Sterblichkeit durch Salzreste
Heute achte ich auf Hygiene, Dosierung und konstante Ansätze – so läuft alles zuverlässig.
5. Alternativen: Was ich getestet habe
- Essigälchen: gute Ergänzung, aber nicht energiereich genug
- Grindalwürmer: für größere Jungtiere, brauchen Erde oder Kokos
- Mikrowürmchen: geeignet für kleinere Larven, wenig Bewegung im Wasser
Aber: Keine dieser Alternativen bringt die gleiche Futterdichte bei gleichzeitig geringem Aufwand.
6. Warum sich eigene Artemia-Zucht lohnt
Ein Glas Nauplien im Laden kostet oft 2–3 €. Mein Tagesbedarf wäre bei 5–6 € – täglich! Mit eigener Zucht komme ich auf etwa 0,20 € pro Tag – bei besserer Frische und Verfügbarkeit.
Und das Beste: Ich weiß genau, was ich verfüttere.
7. Tipps für Einsteiger
- Nicht gleich aufgeben – es braucht 2–3 Anläufe
- Wasser alle 2–3 Tage komplett erneuern
- Reste im Kühlschrank max. 12 Stunden aufbewahren
- Auf regelmäßige Luftzufuhr achten
Mit etwas Übung läuft das Ganze fast nebenbei – und macht Spaß!
Fazit: Artemia sind keine Kür – sie sind die Basis
Wenn du züchtest, brauchst du gutes Futter. Und nichts ist besser als frisch geschlüpfte Nauplien. Eine eigene Zucht ist kein Hexenwerk – nur Routine.
Heute ist mein Artemia-Kalender genauso wichtig wie der Wasserwechselplan. Und das Ergebnis? Gesunde, kräftige Jungfische – Tag für Tag.
Herzlich,
Haustier Blogger
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