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100 Blogposts später: Was ich heute anders machen würde – ein ehrlicher Rückblick

100 Blogposts. 100 Themen. Unzählige Stunden vor Becken, mit Notizbuch, mit Staunen, mit Frust, mit Euphorie. Als ich den ersten Beitrag geschrieben habe, wusste ich nicht, wohin mich diese Reise führen würde. Jetzt, 99 Posts später, möchte ich dir erzählen, was ich heute – mit all dem Wissen und der Erfahrung – anders machen würde. 1. Ich würde weniger Technik kaufen – und mehr beobachten Früher glaubte ich: Je mehr Technik, desto stabiler läuft das Becken. Filter, Heizer, Lampen, Sensoren – alles wurde optimiert. Aber ich habe oft vergessen zu schauen. Heute weiß ich: Das Verhalten der Tiere sagt mir mehr als jeder Sensor. Ich würde früher lernen, mit den Augen zu messen – nicht mit Zahlen allein. 2. Ich würde auf „Trend-Arten“ verzichten Killifische, L-Welse, bunte Bärblinge – ich habe mich von Schönheit leiten lassen. Manche Arten waren für meine Wasserwerte völlig ungeeignet. Ich würde heute früher nach Herkun...

Vom Hobby zur Leidenschaft: Wie meine Zuchtbecken mein Leben verändert haben

Was als kleines Becken im Wohnzimmer begann, hat mir mehr über Geduld, Verantwortung und Natur beigebracht, als jeder Schulunterricht je konnte. In diesem sehr persönlichen Beitrag erzähle ich dir, wie meine Reise mit der Aquaristik begann, wie sich mein Fokus auf die Zucht entwickelte – und warum ich heute sagen kann: Diese Becken haben mein Leben verändert. 1. Der erste Fisch – und das erste Staunen Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich einen Guppy beobachtete. Wie elegant er sich bewegte, wie selbstverständlich er lebte – in einer eigenen kleinen Welt. Das Aquarium war ein Geschenk – 60 Liter, wenig Ahnung, viel Enthusiasmus. Ich war fasziniert – und überfordert. Algen, trübes Wasser, tote Fische. Aber auch: Freude, wenn sich etwas einspielte. Ich blieb dran. 2. Die ersten Aufzuchtversuche – und die ersten Fehler Ich kaufte ein Laichrost, setzte zwei Platy-Pärchen ein – und wartete. Und wartete. Bis plötzlich winzige, zitte...

Zuchtstress? So erkenne ich Überforderung bei meinen Fischen frühzeitig

Zucht soll natürlich wirken – aber wenn ich die Tiere zu sehr „fordere“, kippt das Gleichgewicht. Früher habe ich mich gefreut, wenn ein Paar alle drei Wochen neue Gelege lieferte. Heute weiß ich: Das ist nicht immer ein gutes Zeichen. Auch Fische können gestresst, überfordert oder schlicht ausgezehrt sein. In diesem Blogpost zeige ich dir, wie ich Stresssymptome bei meinen Zuchtfischen frühzeitig erkenne – und was ich dann unternehme. 1. Häufige Anzeichen für Zuchtstress Einbrüche im Appetit Ungewöhnlich aggressives Verhalten – auch außerhalb der Balz Ständiges Verjagen, aber keine Laichbereitschaft Verstecktes, zurückgezogenes Verhalten Gelege wird sofort aufgefressen – ohne Störung von außen Stumpfes Schuppenkleid oder Flossenklemmen Ich beobachte meine Tiere täglich 5–10 Minuten bewusst – mit Notizbuch. Verhalten ist der Spiegel des inneren Zustands. Wer hinschaut, sieht es früh genug. 2...

Quarantänebecken für Zuchttiere: Warum ich nie ohne arbeite

Es war einmal ein wunderschönes Apistogramma-Männchen – das meine gesamte Zuchtlinie infizierte. So begann meine konsequente Arbeit mit Quarantänebecken. Heute ist es für mich das wichtigste Tool, wenn ich neue Fische einsetze oder Bestände schützen will. In diesem Blogpost erfährst du, warum ein Quarantänebecken bei mir zur Grundausstattung gehört, wie ich es aufbaue und betreibe – und was ich daraus gelernt habe. 1. Was ist ein Quarantänebecken – und was nicht? Ein Quarantänebecken ist ein separates Aquarium mit reduzierter Technik, einfacher Einrichtung und dem Zweck, neue Fische zu isolieren und zu beobachten. Es ist kein Showbecken, kein Dauerbecken, kein Aufzuchtbecken. Sein Zweck: Krankheiten erkennen, bevor sie sich ausbreiten Fische langsam an eigene Wasserwerte gewöhnen Stressarme Eingewöhnung ermöglichen 2. Mein Setup für Quarantäne Größe: 30 bis 60 Liter, je nach Art und Anzahl ...

Das erste Mal Nachzucht verkaufen: Meine Erfahrungen mit Börsen, Versand und Ehrlichkeit

Du hast erfolgreich gezüchtet – aber was nun? Wohin mit 100 Jungfischen, wenn dein Becken schon überquillt? Der Moment, in dem man das erste Mal Nachzucht abgeben will, fühlt sich an wie ein Meilenstein. Gleichzeitig stehen viele Fragen im Raum: Wie finde ich gute Abnehmer? Was ist fair? Wie funktioniert der Versand? Ich erinnere mich gut an mein erstes Mal – und erzähle dir hier ehrlich, wie ich meine ersten Fische verkauft habe, was ich heute anders mache, und worauf ich besonders achte. 1. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abgeben? Ich verkaufe nie unter 2 cm Länge – selbst bei Lebendgebärenden. Bei Barschen oder Killifischen warte ich noch länger. Erst wenn die Tiere stabil fressen, gut wachsen und klar als gesunde Exemplare erkennbar sind, gebe ich sie ab. Ich achte darauf: kräftiger Körperbau keine Deformationen normales Sozialverhalten Und: Ich gebe nur Tiere ab, die ich selbst auch behalten würde....

Zuchttiere gezielt auswählen: Worauf ich bei der Elterntierwahl achte

Du willst gesunde, vitale Nachkommen? Dann fängt alles bei den Elterntieren an. Und zwar viel früher, als du denkst. Viele Anfänger machen sich über Wasserwerte, Filterung und Aufzucht Gedanken – aber vergessen dabei den wichtigsten Teil: die Auswahl der Elterntiere. Ich selbst habe am Anfang Tiere nach Optik gekauft – schöne Farben, große Flossen, aktives Verhalten. Aber Zuchterfolg braucht mehr als das. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich heute Zuchttiere auswähle – und welche Fehler ich nicht noch einmal machen würde. 1. Die Herkunft entscheidet über alles Woher stammt der Fisch? Wildfang, Nachzucht, kommerzielle Farmzucht? Ich kaufe fast ausschließlich von: privaten Züchtern mit nachvollziehbarer Linie Händlern, die Herkunft belegen können Vereinen oder Börsen, wo Erfahrung dokumentiert ist Ich meide Massenzuchtimporte – zu oft habe ich dort versteckte Defekte erlebt. 2. Gesundheit geht vor Schönhe...

Beleuchtung im Zuchtbecken: Wie viel Licht ist zu viel?

Ich dachte lange: Mehr Licht bedeutet gesündere Fische. Heute weiß ich: Es kommt auf das Maß an – und auf das Timing. Die Beleuchtung im Aquarium ist für viele Aquarianer vor allem eine Frage der Pflanzen. In der Zucht aber steht etwas anderes im Vordergrund: Verhalten, Tagesrhythmus, Stressvermeidung – und letztlich die erfolgreiche Fortpflanzung. In diesem Beitrag erfährst du, wie ich die Lichtsteuerung in meinen Zuchtbecken nutze, um natürliche Prozesse zu fördern. 1. Licht beeinflusst Verhalten Fische sind lichtgesteuerte Lebewesen. Das bedeutet: Tageslichtphasen strukturieren ihren Stoffwechsel Laichverhalten orientiert sich an Dämmerungszeiten Zu grelles oder zu langes Licht kann Stress auslösen Gerade scheue Arten wie Apistogramma oder Killifische reagieren sensibel auf Lichtwechsel. Ich habe viele Balzversuche scheitern sehen – nur wegen zu intensiver Beleuchtung. 2. Meine Grundregel: Weiches Licht, klare...