Der Filter als stiller Helfer: So finde ich das passende Filtersystem für jede Zuchtphase
Ein Filter ist nicht einfach nur Technik – er ist der stille Mitspieler in jedem erfolgreichen Zuchtprojekt.
Viele Züchter sprechen über Wasserwerte, Futter, Genetik. Doch kaum einer über das Filtersystem. Dabei entscheidet der richtige Filter mit darüber, ob eine Brut überlebt, ob Jungfische gut wachsen oder ob die Eltern überhaupt laichen. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie ich den passenden Filter für jede Zuchtphase finde – und warum weniger manchmal mehr ist.
1. Die Aufgabe des Filters in der Zucht
Ein Filter übernimmt in Zuchtbecken drei Hauptfunktionen:
- biologische Reinigung (Abbau von Ammoniak/Nitrit)
- mechanische Klärung des Wassers (Partikelfilterung)
- sanfte Umwälzung für Sauerstoff und Temperaturverteilung
Doch jeder dieser Punkte ist sensibel: Zu viel Strömung – Brut wird weggespült. Zu wenig – Futterreste verfaulen. Es braucht also Feinabstimmung.
2. Welche Filterarten ich verwende – und wann
Schwammfilter (luftbetrieben)
Ideal für Aufzuchtbecken. Sie bieten sanfte Strömung, biologische Filterung und saugen keine Jungtiere ein. Ich verwende zwei pro Becken: einen groben, einen feinen – damit bleibt auch das kleinste Futter erhalten.
Hamburger Mattenfilter (HMF)
In Zuchtanlagen oder Dauerbecken mein Favorit. Pflegeleicht, langlebig, leistungsstark. Ich nutze Varianten mit ruhiger Rückströmung oder Sprudelrohr je nach Bedarf.
Innenfilter (z. B. Eckfilter)
Nur bei kräftigen Jungtieren oder in Zwischenhälterungen. Ich drossele sie immer und ergänze sie ggf. mit Schwammaufsätzen.
Außenfilter
Für Zuchtbecken eher ungeeignet – zu viel Strömung, zu viel Technik. Ich nutze sie nur für Schaubecken oder Elternpaare in Ruhephasen.
3. Filtergröße: kleiner als man denkt
Ich verwende lieber zwei kleine als einen großen Filter. Das hat Vorteile:
- bessere Redundanz bei Ausfall
- leichter zu reinigen, ohne das ganze System zu stören
- flexibler bei der Platzierung
Ein 30 l Aufzuchtbecken betreibe ich z. B. mit zwei luftbetriebenen Eckfiltern – je nach Füllung mit Tonröhrchen oder feinem Schaumstoff.
4. Reinigung: Weniger ist mehr
Ich reinige Filter in Zuchtbecken alle 2–3 Wochen – aber nie komplett! Nur den groben Schmutz unter altem Aquarienwasser ausspülen. Kein heißes Wasser, keine Seife – sonst stirbt die Biologie.
Wenn die Strömung sichtbar nachlässt oder Blasen träge aufsteigen – dann ist Zeit für Reinigung.
5. Filterauslass gezielt platzieren
Bei Zuchtpaaren richte ich den Auslass auf die Beckenrückwand – indirekte Bewegung. Bei Jungfischen richte ich ihn auf die Oberfläche → Sauerstoffeintrag, kein Stress am Boden.
Ich beobachte regelmäßig: Schwimmen die Tiere gegen den Strom? Ziehen sie sich zurück? → Dann anpassen.
6. Ergänzungen zum Filter
- Belüfterstein für zusätzliche Sauerstoffversorgung
- Vorfilter aus Schaumstoff zur Jungfischsicherung
- Ein Stück Filterwatte in der Strömung für feinen Partikelrückhalt
Manchmal ist die Kombination entscheidend – nicht der Filter allein.
Fazit: Filterführung ist Zuchtführung
Ein guter Filter macht nicht die Arbeit – aber er macht sie möglich. Wer seine Zucht ernst nimmt, sollte nicht beim Filter sparen oder improvisieren.
Ich sehe den Filter als stillen Helfer. Er redet nicht. Aber wenn er fehlt, wird es laut – im schlimmsten Fall durch das Schweigen leerer Becken.
Herzlich,
Haustier Blogger
Kommentare
Kommentar veröffentlichen