Quarantänebecken: Warum ich nie mehr ohne arbeite
„Der sieht doch gesund aus.“ Genau das dachte ich – bevor ein einziger Neuzugang mir drei Zuchtansätze ruinierte.
Seitdem habe ich ein separates Quarantänebecken. Immer. Auch wenn es leer steht. Denn wenn es gebraucht wird, ist es Gold wert. In diesem Beitrag erzähle ich dir, warum ein Quarantänebecken kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.
1. Was ist ein Quarantänebecken?
Ein separates Aquarium, in dem neue oder kranke Fische untergebracht werden – zur Beobachtung, Behandlung oder Regeneration. Es ist kein Ausweichbecken – sondern Teil des Systems.
Typischer Aufbau:
- 20–60 Liter
- Innenfilter (luftbetrieben oder kleiner Schwammfilter)
- Heizung mit Thermostat
- Kein Bodengrund – glatter Boden für einfache Reinigung
- Unterschlupf (z. B. Tonröhre, künstliche Pflanze)
Beleuchtung ist optional – ich nutze LED-Cliplicht bei Bedarf.
2. Warum ist Quarantäne so wichtig?
Fische aus Zoohandlung oder Online-Versand können:
- unsichtbare Parasiten mitbringen
- von Transportschäden geschwächt sein
- anderen Futterrhythmus haben
- sozial unverträglich reagieren
Ohne Quarantäne kann ein neuer Fisch ein ganzes Zuchtbecken destabilisieren – selbst wenn er nie Symptome zeigt.
3. Mein persönlicher Super-GAU
Ich hatte ein tolles Zuchtpaar Apistogramma agassizii. Friedlich, eingespielt, erfolgreich. Dann setzte ich ein Weibchen aus einem anderen Stamm dazu – nach nur 4 Tagen:
- Männchen lethargisch
- Milchiger Schleim auf den Flanken
- Laichverhalten abgebrochen
Diagnose: Costia-Infektion. Folge: Das Paar musste behandelt werden – die Jungen starben. Ich verlor zwei Monate Zuchtarbeit.
Seitdem: kein Neuzugang mehr ohne 4 Wochen Quarantäne.
4. Wie lange – und warum?
Ich halte neue Fische mindestens 28 Tage separat. Das klingt viel – aber:
- Viele Krankheiten zeigen sich erst nach 10–14 Tagen
- Die Tiere kommen zur Ruhe
- Man erkennt individuelles Verhalten
Außerdem kann ich sie an mein Futter gewöhnen – und notfalls gezielt behandeln.
5. Was ich während der Quarantäne beobachte
- Atmung (schnell, einseitig, flach?)
- Kotfarbe (weiß, fadig = Alarm!)
- Appetit
- Hautveränderungen
- Koordination und Schwimmverhalten
Ich dokumentiere alles kurz im Zuchttagebuch – 1 Zeile pro Tag reicht oft aus.
6. Wann ich doch schneller integriere
Nur in seltenen Fällen – z. B. bei Notaufnahme aus einem bekannten Bestand. Dann mache ich:
- 1–2 Tage Kurzquarantäne mit Salzbad
- Beobachtung unter Licht
- Prophylaktische Fütterung mit Knoblauch
Trotzdem bleibt das Risiko. Ich rate zur vollen Quarantänezeit.
7. Und wenn der Platz fehlt?
Ein 25-l-Kunststoffbehälter mit Heizer und Filter reicht. Deckel mit Luftlöchern drauf, fertig. Hauptsache: stabil, hygienisch, separierbar. Auch eine große Kunststoffbox im Bad kann zur Not reichen.
Ich habe in den ersten Jahren so gearbeitet – funktioniert.
Fazit: Deine Fische brauchen Schutz – auch vor den Neuen
Ein Quarantänebecken ist wie ein Airbag: Man hofft, es nie zu brauchen. Aber wenn’s kracht, rettet es Leben.
Ich werde nie wieder ohne züchten. Zu oft habe ich gesehen, wie vermeidbare Fehler ganze Bestände kosten. Mach es gleich richtig – deine Fische werden es dir danken.
Herzlich,
Haustier Blogger
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