Notfälle im Zuchtaquarium: Meine 5 schlimmsten Pannen und was ich daraus gelernt habe
Man lernt aus Fehlern. Manche schmerzen, andere beschämen – und wieder andere kosten ein ganzes Gelege. Dieser Beitrag ist eine Abrechnung mit meinen fünf größten Pannen im Zuchtbecken.
Ich teile sie mit dir nicht aus Stolz, sondern aus Überzeugung: Damit du sie nicht wiederholen musst.
1. Die Stromausfall-Nacht
Was ist passiert?
Im Januar fiel nachts für sieben Stunden der Strom aus.
Drei Zuchtbecken mit empfindlichen Zwergcichliden standen ohne Heizung, ohne Filter, ohne Belüftung.
Folge: Temperatur fiel auf 19 °C, Filterbakterien starben teilweise ab, Ammoniumwerte stiegen – ein kompletter Laich wurde aufgegeben.
Was ich gelernt habe: Seitdem habe ich eine kleine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Luftheber und Heizer in meinen wichtigsten Becken. Reicht für 10 Stunden.
2. Die Futterkatastrophe
Was ist passiert?
Ein neues Trockenfutter schien gut zu sein – doch ich hatte nicht gemerkt, dass es bei Feuchtigkeit schnell schimmelt.
Folge: Drei Tage lang erhielten meine Jungfische kontaminiertes Futter. Danach: massiver Appetitverlust, erhöhte Sterblichkeit – 60 % eines Wurfes verloren.
Was ich gelernt habe: Ich öffne heute nur noch kleine Portionspackungen, lagere kühl und werfe bei Zweifel lieber weg. Bei Jungfischen verwende ich ausschließlich frisches Lebendfutter oder frisch angerührte Staubmischungen.
3. Der Filter-Overkill
Was ist passiert?
Ich installierte einen neuen Innenfilter mit höherer Leistung – „für bessere Wasserqualität“.
Folge: Die Strömung riss Mikroorganismen vom Substrat, Jungfische wurden abgetrieben, Biofilm wurde zerstört. Die Zucht stagnierte, das Verhalten veränderte sich, Fressverweigerung.
Was ich gelernt habe: Technik muss zur Fischgröße und Zuchtform passen. In Aufzuchtbecken nutze ich nur noch Luftheber mit sehr sanfter Strömung.
4. Die Schnecken-Invasion
Was ist passiert?
Durch eine neue Pflanze kamen Posthornschnecken ins Becken – ich hielt sie erst für harmlos.
Folge: Innerhalb von drei Wochen vermehrten sie sich explosionsartig. Die Eier der Zwergbuntbarsche wurden nachts von Schnecken abgeweidet – mehrfach. Ich verlor zwei komplette Bruten.
Was ich gelernt habe: Neue Pflanzen werden heute 48 Stunden in einer separaten Box mit Kaliumpermanganat-Lösung behandelt. Schnecken kommen mir nicht mehr in die Zuchtbecken.
5. Der pH-Absturz
Was ist passiert?
Ich versuchte, das Wasser für Schwarzwasser-Arten mit Erlenzapfen und Torf zu senken – ohne pH-Messung.
Folge: Innerhalb von zwei Tagen sank der pH auf unter 4,5. Die Fische wirkten lethargisch, ein Teil des Geleges verpilzte. Ich verlor das Vertrauen des Zuchtpaares – sie hörten auf zu laichen.
Was ich gelernt habe: Seither: pH-Messung vor jeder Maßnahme. Ich verwende Osmosewasser + kontrollierte Rückmineralisierung + digitale pH-Kontrolle mit Alarmfunktion.
Fazit: Es wird schiefgehen – aber du kannst vorbereitet sein
Kein Züchter ist perfekt. Aber jeder Fehler ist eine Chance. Ich bin dankbar für jede dieser Pannen – weil sie mich gezwungen haben, meine Haltung zu überdenken und meine Verantwortung ernst zu nehmen.
Und vielleicht hilft dieser Beitrag dir, dieselben Fehler zu vermeiden.
Herzlich,
Haustier Blogger
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