Meine ersten Fehlversuche: 5 gescheiterte Zuchtversuche und was ich daraus lernte
Erfolg ist die Summe vieler kleiner Misserfolge. Und ich hatte einige.
Heute laichen meine Fische regelmäßig. Ich ziehe gesunde Jungtiere groß. Aber der Weg dahin war gepflastert mit gescheiterten Versuchen. In diesem Beitrag erzähle ich dir offen von meinen ersten fünf großen Zuchtpannen – und was ich daraus gelernt habe.
1. Der Temperaturgau bei Corydoras paleatus
Ich wollte die Laichlust durch Kaltwasserwechsel anregen. Also: 10 l Leitungswasser direkt ins 54er Becken, Temperaturunterschied 7 Grad. Ergebnis: keine Laichbereitschaft – sondern ein bakterieller Befall.
Was ich daraus lernte: Wasserwechsel immer langsam und angepasst. Temperaturunterschiede von maximal 2 °C – und idealerweise über Tropfwasser oder temperiertes Vorratswasser.
2. Der überbesetzte Aufzuchttank mit Mollys
30 Jungtiere, 30 l Becken, dazu Futter ohne Ende. Ich dachte: Wachstum ist nur eine Frage der Nahrung. Nach zwei Wochen: weiße Bäuche, träge Bewegung, tote Tiere. Ammoniakwerte im kritischen Bereich.
Was ich daraus lernte: Zucht braucht Platz – und Wasserwechsel. Heute plane ich pro Jungtier mindestens 1–2 l Wasser ein. Und wechsle täglich.
3. Die verpilzten Eier der Apistogramma borellii
Ich war stolz – das Weibchen hatte abgelaicht! Doch nach drei Tagen war alles grau und schleimig. Ich hatte weder das Wasser leicht aufgesalzen, noch auf Strömung oder Keime geachtet.
Was ich daraus lernte: Eier brauchen mikrobiologisch stabiles Wasser. Seemandelbaumblätter, Huminsäuren, leichte Belüftung – das ist Standard bei mir geworden.
4. Falsches Futter für frisch geschlüpfte Killifische
Die Larven schlüpften – und starben. Ich hatte zu grobes Staubfutter verwendet. Ich merkte es zu spät – sie verhungerten mit vollem Magen.
Was ich daraus lernte: Je kleiner die Larve, desto kleiner das Futter. Ich arbeite heute mit Essigälchen, Infusorienkulturen und Pantoffeltierchen, bevor Artemia überhaupt in Frage kommen.
5. Zu viel Technik, zu wenig Beobachtung
Ich hatte Filter, Heizer, Luftheber, Thermometer, automatische Beleuchtung. Aber ich habe nicht hingesehen. Die Eltern fraßen die Brut – weil ich das Verhalten missverstanden hatte.
Was ich daraus lernte: Technik hilft – ersetzt aber keine Beobachtung. Heute sitze ich jeden Tag mindestens 15 Minuten vor jedem Zuchtbecken – und notiere, was ich sehe.
Fazit: Aus Fehlern wird Zuchterfolg
Jeder Fehlschlag hat mich weitergebracht. Nicht nur technisch – sondern auch menschlich. Ich bin geduldiger, aufmerksamer, achtsamer geworden.
Wenn du gerade am Anfang stehst: Lass dich nicht entmutigen. Fehler sind keine Sackgassen – sondern Wegweiser.
Herzlich,
Haustier Blogger
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