Der richtige Filter für den Zuchttank: Schwamm, Mattenfilter oder Außenfilter?

Ein guter Filter macht keine Zucht – aber ein schlechter Filter kann sie ruinieren.

Ich habe in den letzten Jahren alle gängigen Filtersysteme im Zuchtaquarium getestet: Schwammfilter, Hamburger Mattenfilter, kleine Außenfilter – jedes hat seine Vor- und Nachteile. Heute zeige ich dir, wie du den richtigen Filter für deinen Zuchttank auswählst.

1. Was ein Zuchtfilter leisten muss

In Zuchtaquarien geht es nicht um maximale Strömung, sondern um Stabilität und Sicherheit:

  • Biologische Filterung → stabile Wasserwerte
  • Sanfte Strömung → keine Brutgefährdung
  • Keine Ansauggefahr für Jungfische
  • Geringe Geräuschentwicklung
  • Einfache Wartung

Mit diesen Kriterien habe ich meine Filterwahl grundlegend neu ausgerichtet.

2. Der Klassiker: Der luftbetriebene Schwammfilter

Vorteile:

  • Kinderleicht zu reinigen
  • Keine beweglichen Teile im Wasser
  • Sanfte Belüftung & Strömung
  • Günstig und effektiv

Nachteile:

  • Weniger mechanische Filterleistung
  • Kann bei vielen Becken durch Blubbern stören

Ich nutze Schwammfilter in fast allen Aufzuchtbecken. Besonders gut: Modelle mit größerem Volumen und feiner Porung.

3. Der Hamburger Mattenfilter (HMF)

Vorteile:

  • Sehr große biologische Oberfläche
  • Kaum Wartung nötig (max. alle paar Monate reinigen)
  • Kaum Strömung – ideal für Labyrinther, Garnelen, Cichliden

Nachteile:

  • Braucht Platz im Becken
  • Optisch nicht jedermanns Sache

Ich nutze HMF in Becken ab 60 l aufwärts – vor allem bei empfindlichen Arten. Perfekt für Langzeitstabilität!

4. Kleine Außenfilter – (k)ein Zuchtthema?

Außenfilter sind bei Züchtern eher selten – aber nicht nutzlos:

  • Ideal bei Becken ohne Platz im Inneren
  • Mechanische Vorfilterung möglich
  • Hoher Durchfluss – aber regelbar

Ich setze Außenfilter nur bei großen Zuchtgruppen ein (z. B. 100 l+), mit feinmaschigem Ansaugschutz und Diffusor gegen zu starke Strömung.

5. Wie ich filtere – je nach Zweck

  • Ablaichbecken (20–30 l): feiner Schwammfilter, minimal belüftet
  • Aufzuchtbecken (30–60 l): großer Luftheber + Mattenfilter
  • Zuchtpaare in Daueransatz: HMF mit Luftheber oder leisem Motor

In allen Becken: Filter niemals vollständig reinigen. Immer nur im Beckenwasser ausdrücken – nie unter Leitungswasser!

6. Zusätzliche Tricks für die Filteroptimierung

  • Vorfilter aus Schaumstoff über Einlauf stülpen
  • Filterauslauf mit Luftschlauch dämpfen
  • Schwammfilter auf Porenstruktur achten – nicht zu grob!

So bleiben Jungfische geschützt – und der Filter arbeitet effizient.

7. Filterwechsel? Nur mit Umsicht!

Wenn du ein Filtersystem austauschst, nimm den alten Filter für 2 Wochen mit ins neue Becken – so überträgst du die Bakterienkultur sicher.

Ich habe mir angewöhnt, nie beide Systeme gleichzeitig zu reinigen – eine biologische Reserve ist Gold wert.

Fazit: Der beste Filter ist der, den deine Fische nicht bemerken

Er läuft leise, zuverlässig, unauffällig – und unterstützt die Zucht. Egal ob Schwamm, Matte oder Außenfilter: Entscheidend ist, dass er zum Besatz und zur Beckengröße passt.

Ich habe gelernt, mit einfachen Mitteln große Wirkung zu erzielen. Und oft ist das simpelste System das beste.

Herzlich,
Haustier Blogger

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